Aderlass: Entnahme von Blut als Heilmittel

Der Aderlass gehört zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit und wurde bereits in der alten indischen Medizin angewandt. Die Ärzte der Antike beschrieben etwa siebenhundert Gefäße, die den menschlichen Körper wie Kanäle durchziehen und diesen ähnlich wie einen Garten bewässern.

Besonders im Mittelalter galt diese Methode als wichtigstes Heilverfahren. So empfahl Hildegard von Bingen, einen solchen Aderlass einmal im Jahr durchführen zu lassen, um Krankheiten vorzubeugen. Zwar geriet das Verfahren im 20. Jahrhundert in Vergessenheit, aber in den letzten Jahren hat sich das Heilverfahren im Rahmen der Naturheilkunde wieder behaupten können.

Aderlass – Wirkungsweise

Ein Aderlass hat das Ziel, das Blut zu reinigen und somit eine Entgiftung zu bewirken. Durch die Blutabnahme kommt es anfänglich zu einem Flüssigkeitsmangel in den Gefäßen, der jedoch schnell wieder vom Körper ersetzt wird. Dadurch werden Giftstoffe in das Gefäßsystem und anschließend zu den Ausscheidungsorganen transportiert. Dadurch wird das Blut in den Gefäßen verdünnt und kann bestimmte Regionen, wie das Gehirn, besser durchbluten.

Darüber hinaus werden die blutbildenden Organe angeregt, da sie den Verlust der Blutzellen ausgleichen müssen. Das Ergebnis ist eine Verjüngung des Blutes, was mit einem verbesserten Sauerstofftransport und einer Stärkung des Immunsystems einhergeht.

Aderlass – Stärkung der Selbstheilungskräfte

Ein Aderlass kann verschiedenen Beschwerden entgegenwirken. So wirkt er sich unter anderem positiv aus bei Krankheiten wie Bluthochdruck, Krampfadern, Lungenödem, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Störungen des Stoffwechsels. Zudem kann die Blutabnahme lokale Krämpfe lindern und Entzündungen entgegenwirken.

Eine US-amerikanische Studie konnte vor Kurzem zeigen, dass die Blutabnahme vorbeugend gegen viele Krankheitsbilder wirkt. Innerhalb der Studie wurden die Probanden dreimal im Jahr einem Aderlass unterzogen. Dabei zeigte sich, dass Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle nur noch selten bzw. in leichter Form auftraten.

Durchführung

Um Kreislaufproblemen vorzubeugen, legt sich der Patient während der Prozedur auf eine Liege. Mittels einer großen Kanüle werden aus der Vene in der Ellbogenvene 50 bis 400 ml Blut entnommen. Dabei kommt es auf das Alter, dem Geschlecht, der Konstitution und möglichen Krankheiten an.

Normalerweise wird die Blutabnahme von den Patienten gut vertragen. Gelegentlich kann es jedoch zu einem niedrigen Blutdruck und damit einhergehenden Schwächeerscheinungen kommen. Sollte dies der Fall sein, sollte in den nächsten Tagen möglichst auf große Anstrengungen verzichtet werden.
Durchgeführt wird der Aderlass von Ärzten und Heilpraktikern.

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