Homöopathie – Was ist wirklich dran?

Homöopathie – Was ist wirklich dran?

Es geht ein Riss durch die deutsche Gesellschaft: Rund zwei Drittel der Bundesbürger vertrauen auf die Heilkraft der Homöopathie. Das andere Drittel steht dieser Alternativmedizin skeptisch oder gar ablehnend gegenüber. Während manche Ärzte die homöopathische Behandlung als Scharlatanerie abtun, zeigen sich aber bei einer Vielzahl von Patienten durchaus positive Wirkungen. Bei vielen Erkrankungen können Homöopathen auf einen guten Behandlungserfolg verweisen.

Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden

Vor 200 Jahren entdeckte Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, dass die Einnahme von Chinarinde die Symptome hervorruft, die auch bei der Malaria-Krankheit zu beobachten sind. Daraus folgerte Hahnemann, dass Chinarinden ein gutes Medikament gegen Malaria sein müssten – denn Ähnliches könne mit Ähnlichem geheilt werden. Anders als herkömmliche Medikamente versuchen homöopathische Arzneimittel nicht die Symptome direkt zu bekämpfen. Ziel der Homöopathie ist es vielmehr, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und eine heilsame Reaktion zu erzwingen. Manche Mediziner finden Hahnemanns Überlegungen wenig überzeugend. Tatsächlich konnte bis heute die Wirksamkeit der Homöopathie nicht wissenschaftlich belegt werden.

Sanfte Medizin

Eine weitere, nicht weniger umstrittene Grundlage der Homöopathie ist die Annahme, dass die Wirksamkeit eines Arzneistoffes gesteigert wird, wenn man diesen Stoff verdünnt. Aus diesem Grunde sind in homöopathischen Medikamenten nur sehr geringe Wirkstoffkonzentrationen vorhanden. Das bedeutet zugleich, dass auch die Nebenwirkungen sehr gering sind. Kritiker indes zweifeln daran, ob ein Medikament, das keine Nebenwirkungen hat, eine Hauptwirkung haben könne. Dem widersprechen aber die Erfahrungswerte. Ob Allergien, Blasenentzündungen, Grippe oder Migräne – viele Beschwerden können durch Homöopathie behoben werden, auch wenn niemand erklären kann, wie es zu diesen Heilungsprozessen kommt.

Wer heilt, hat Recht

Auch wenn der letzte Beweis noch aussteht, über 50 Krankenkassen unterstützen schon heute eine homöopathische Behandlung. Denn vielleicht ist es wirklich nur der Glaube an die Heilung, der zur Heilung führt. Die Kämpfe zwischen der klassischen Medizin und der alternativen Homöopathie brauchen den Patienten nicht zu interessieren, wenn er endlich eine Linderung seiner Leiden erfährt. Zumindest bei vergleichsweise harmlosen, aber lästigen Erkrankungen wie Allergien, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Erkältungen ist eine homöopathische Behandlung einen Versuch wert. Am Ende gilt: Wer heilt, hat Recht.

Fotografie von: ThinkstockPhotos, 506692597, iStock, ChamilleWhite

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