Kinesiologischer Muskeltest – Diagnose durch Placeboeffekt?

Die Kinesiologie wird von Kritikern in die pseudowissenschaftliche Schublade gesteckt. Die Argumente dafür haben durchaus Fundament, doch selbst, wenn ein Placeboeffekt vorliegt dreht sich in diesem Fall einmal mehr alles um die Aussage: „Wer heilt, gewinnt hat Recht“.

Um gegen oder für die Kinesiologie zu sein, bedarf es auch hier Grundlagenwissen. Befragt man Wikipedia folgt dieses auf dem Fuße. Nur noch lesen muss der Fragesteller selbst: Die angewandte Kinesiologie (nicht zu Verwechseln mit der wissenschaftlichen Kinesiologie, also der Lehre von der Bewegung), so ist sich die Wiki-Gemeinde einig, gehört zur Alternativmedizin und ist umstritten, nichtsdestotrotz aber ein Therapieverfahren, in dessen Mittelpunkt der „kinesiologische Muskeltest“ steht. Dieser dient der Diagnose. Der Urheber der Methode, George Goodheart, seines Zeichens Chiropraktiker, erfand die Grundlagen der „Angewandten Kinesiologie“ nicht neu. Vielmehr nahm er einige Begriffe aus der Meridianlehre, die auch die Grundlage für Akupressur und Akupunktur bildet und tat sie mit der Elementenlehre zusammen. Heraus kam die Theorie, dass Muskeln mit Meridianen verbunden sind, die wiederum bestimmte Organe erreichen können, da die Energie des Körpers (in der TCM auch bekannt als QI) durch sie fließt.

Ergo: Krankheiten (physisch und psychisch) zeigen sich durch diese Verbindung im Spannungszustand der Muskeln. Der Muskeltest setzt genau an diesem Punkt an. Ein Muskel wird dabei unter „Stress“ gesetzt . Der Therapeut übt dabei meist auf einen Arm oder Bein Druck aus, der Patient muss versuchen, diesem Druck mit Gegendruck zu entgegnen. Ist der Muskel tatsächlich betroffen, also in der Sprache der Kinesiologie der „Indikatormuskel“, reagiert er mit Nachgeben. Die Kritiker werfen ein, sowohl Patient als auch Behandelnder könnten diese Reaktion willentlich oder unwillentlich beeinflussen. Man könnte, wollte man sehr bösartig wettern, auch behaupten, dass derjenige die Untersuchung „gewinnt“, der mehr Kraft hat. Jedenfalls erinnert die Vorstellung sehr an Armdrücken und ähnliche Spielchen zur Austestung der eigenen Kraft. Kinesiologen entgegnen auf diese Kritik, dass die Reaktion völlig unabhängig vom Bewusstsein stattfinde, somit auch nicht verfälschbar sei. Das Nachgeben des Muskels wird vom Therapeuten zum Anlass genommen, ihn einer Fragestellung zu unterziehen. Diese Fragestellung könnte folgendermaßen aussehen:

„Soll ein bestimmter Akupunktur- oder Reflexpunkt ausgeglichen werden? Ist ein bestimmtes Heilkraut, eine Blütenessenz, ein homöopathisches Mittel hilfreich für den Betroffenen? Ist ein bestimmtes Nahrungsmittel, eine (vorgestellte) soziale Situation für ihn ungünstig oder streßbesetzt?“

(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Angewandte Kinesiologie)

Studien ergeben, dass die Angewandte Kinesiologie nicht überdurchschnittlich häufiger die richtige Diagnose getroffen hat, als die Schulmedizin. Wer die Methode dennoch ausprobieren möchte, sollte sich genau über eine entsprechende Ausbildung des Kinesiologen informieren. Gesetzliche Krankenkassen zahlen in der Regel keine kinesiologischen Untersuchungen/Behandlungen.

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