Kneipp – der „Wasserdoktor“ und Erfinder der Kneipp-Kur

Kneipp ist ein Begriff, der für Gesundheit durch Wasser steht. Doch wer war Kneipp eigentlich?

Sebastian Anton Kneipp (1821-1897) erkrankte im Jahre 1849 während seines Studiums der Theologie an Tuberkulose. Schon vorher hatte er sich mit Pflanzenheilkunde und anderen Verfahren beschäftigt und entdeckte nun zufällig ein Buch des Arztes Johann Siegmund Hahn, in dem von der heilenden Wirkung des Wassers berichtet wurde. Kneipp nutzte die Erkenntnisse und badete einige Male in der winterlich-kalten Donau. Das eiskalte Wasser befreite ihn von seiner Krankheit. Nachdem der junge Priester sein Studium abgeschlossen hatte, behandelte er schon viele Menschen mit seinen Wasserkuren, woraufhin er mehrere Male, unter anderem wegen „Kurpfuscherei“ angeklagt wurde.

Eine Erklärung, in Zukunft seine Behandlungen zu unterlassen, unterschrieb er zwar, befolgte sie aber nicht. Grund war eine Choleraepidemie, die 1854 von München aus auch den kleinen Ort Boos, wo Kneipp als Geistlicher tätig war, erreichte. Er heilte 42 Menschen, die an der Krankheit litten und war in der Bevölkerung von nun an als „Cholera-Kaplan“ bekannt. Dieser Umstand änderte nichts an der Umstrittenheit seiner Anwendungen in Medizinerkreisen. Damals wie heute standen sich alternative Medizin und Schulmedizin streitlustig gegenüber. Immer wieder musste er sich gegen Anfeindungen wehren, es hörten aber auch immer mehr Menschen von den Erfolgen seiner Kur. Der Kaplan machte bei der Behandlung seiner Patienten keinen Unterschied zwischen arm und reich. Viele, die zu ihm kamen, hatten bereits erfolglos die Schulmedizin zu Rate gezogen.

Zwei Bücher und viele Heilungen folgten. Eine Europareise ließ den Bekanntheitsgrad des Geistlichen weiter steigen. Selbst Papst Leo XIII. würdigte seine Leistungen und ließ sich sogar von Kneipp behandeln. Die europaweiten Erfolge änderten jedoch nichts daran, dass Kneipp von einigen Seiten immer wieder vorgeworfen wurde, er handele aus Geldgier und ohne Sachverstand. Der Kurort Wörishofen mit dem Kurhaus, in dem Kneipp tätig war, musste sogar mehrere Übergriffe (Brandstiftung etc.) verkraften.

Sebastian Kneipp starb am 17. Juni 1897 an einem Tumor, dessen Behandlung durch eine Operation er verweigert hatte. Bis zuletzt vertraute er einzig und allein auf seine Wasserkuren. Heute gibt es unzählige Kneippvereine, die in dem Dachverband „Kneippbund“ zusammengeschlossen sind. Darüber hinaus folgten viele Orte dem Beispiel Wörishofens und wurden zu offiziellen Kneippkurorten. Die Bücher werden noch heute verlegt und verkauft. Sogar die Wellnessbranche hat Kneipp entdeckt und verwendet das Wissen des „Wasserdoktors“.

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