Krankenkassen und Homöopathie?

Es gibt ja einige Dinge, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Öl und Wasser zum Beispiel, oder Homöopathie und Gesetzliche Krankenkassen. Als Hobbyköchin weiß ich: Öl und Wasser gehen doch zusammen. Man braucht nur ein Bindemittel. Funktioniert das auch bei unserem zweiten gegensätzlichen Wortpaar? Gibt es etwas, um diese beiden zusammenzuführen?

Ja, gibt es! Man muss nicht einmal zaubern können und rohe Gewalt ist auch nicht notwendig. Wie bei so vielen Dingen im Leben muss man auch hier nur wissen wie. Der deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) bietet eine kleine Broschüre zum Download an. Es wird verraten, wie man die Krankenkasse dazu bringen kann, Kosten für die homöopathische Behandlung zu erstatten. Eine Möglichkeit: Man schreibt sich beim Arzt in einen Teilnahmevertrag zur integrierten Versorgung ein. Denn der DZVhÄ schließt seit der Gesundheitsreform Verträge mit Ärzten und Krankenhäusern ab.
Gehört die eigene Krankenkasse zu denen, die an dieser integrierten Versorgung teilnehmen, ist schon eine Vorraussetzung erfüllt. Auch der Hausarzt muss sich dieser Vereinbarung angeschlossen haben. Et voilá, einiges wird zurückerstattet. Die zweite Möglichkeit ist eine private Zusatzversicherung, die für die Kosten der homöopathischen Behandlung aufkommt. Aber ich möchte bei dem Vertrag zur integrierten Versorgung stehen bleiben. Was genau wird denn in jedem Fall bezahlt? Dass der Patient alle zurückbekommt, ist natürlich utopisch.

Grundsätzlich, so der DZVhÄ, erstattet eine teilnehmende Kasse folgendes:

  • Einmal pro Jahr eine homöopathische Erstanamnese (Dauer eine Stunde; bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren; oder 40 Minuten bei Kindern)
  • Eine Folgeanamnese pro Quartal (Dauer mindestens 30 Minuten)
  • Eine kürzere Folgeanamnese zweimal pro Quartal (Dauer 15 Minuten)
  • Maximal 5 Beratungen im Quartal

Medikamente werden nicht erstattet. Wer nicht mehr am Vertrag teilnehmen möchte, kann seinem Arzt dies schriftlich mitteilen. Bei der Wahl des Arztes sollte man auf seine Qualifizierung achten. Homöopathie lernt sich nicht mal eben auf die Schnelle. In den meisten Fällen absolvieren Mediziner eine Zusatzausbildung, die drei Jahre dauert. Besonders für chronisch kranke Menschen und auch bei leichten Beschwerden kann die integrative Versorgung zu einer echten Alternative werden.

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