Snoezelen – sanfte Pflege für Demenzerkrankte

Snoezelen – sanfte Pflege für Demenzerkrankte

Einfach entspannen, gemütlich liegend oder sitzend die Wärme im Raum genießen und dabei Lichteffekte betrachten, während leise Klänge und Melodien um die Ohren fließen. Was viele Menschen sich vielleicht einmal wünschen, aber vor lauter Stress kaum in ihrem Terminkalender unterbringen könnten, wird heute immer mehr in der Behandlung eingesetzt und hört auf den eigentümlichen Namen Snoezelen.

Was ist eigentlich Snoezelen?

Snoezelen, eine Wortschöpfung aus den niederländischen Begriffen „snuffelen“ (schnüffeln) und „doezelen“ (dösen, entspannen), wurde ursprünglich Ende der siebziger Jahre von zwei Zivildienstleistenden in den Niederlanden erfunden. Ursprünglich als Freizeitgestaltung für geistig schwerbehinderte Menschen gedacht, erreichte es als Therapieform über die Niederlande zunächst Großbritannien und Deutschland. Die Idee dahinter ist eigentlich simpel: Menschen sollen auf allen Wahrnehmungsebenen angesprochen werden und mit der Umgebung auch sich selbst neu und bewusst wahrnehmen. Ätherische Öle, Installationen zum Tasten und Fühlen – vielfältigste Reize, die sanft und unaufdringlich präsentiert werden, sollen das Kunststück vollbringen, gleichzeitig zu entspannen und anzuregen. Unter behutsamer Anleitung oder Aufsicht soll der Raum aus sich, seiner sinnlichen Stimulation und den Interaktionsmöglichkeiten therapeutische Wirkung haben. Der Unterschied zur basalen Stimulation liegt darin, dass dort entspannende Handlungen an den Menschen herangetragen werden, während beim Snoezelen eben der Raum und die damit zusammenhängende atmosphärische Installation im Vordergrund stehen.

Auswirkungen der Sinnes-Therapie

Bis heute wurden dabei verschiedene Effekte und Auswirkungen beobachtet und beschrieben. So wurde nach dem Einsatz von Snoezelen etwa neben der entspannenden Wirkung auch eine Verbesserung der Aufmerksamkeit, eine Aggressionshemmung, Depressionsminderung, Stimmungsverbesserungen oder ein positiver Einfluss auf die Kommunikationsfähigkeiten dokumentiert. Kritiker betrachten die Therapieform gerne als eine Mischung aus Disko und Esoterik-Tempel, und tatsächlich gibt es bisher nicht besonders viele Studienergebnisse. Klar scheint aber zu sein, dass die Beziehung der Aufsichtsperson bzw. des Therapeuten zu der therapierten Person eine nicht unerhebliche Rolle für die Resultate des Snoezelens spielt. Je besser sie sich kennen, desto besser sind auch die Ergebnisse. Das würde sich unter anderem dadurch erklären lassen, dass der Therapeut dann besser einschätzen kann, welche Sinnesreize die Patienten vielleicht überfordern könnten.

Vermehrter Einsatz bei Demenzkranken

Heutzutage wird Snoezelen zunehmend bereits bei Kleinkindern eingesetzt, ein großes Anwendungsfeld ist aber vor allem der Demenzbereich. In immer mehr Altenheimen finden sich spezielle Räumlichkeiten, um die Senioren über verschiedenste Sinneseindrücke zu erreichen. Damit hier das richtige Pflegeheim gefunden wird, kann man zum Beispiel auf www.pflege.de oder ähnlichen Seiten Informationen einholen. Es wird jedenfalls spannend sein zu sehen, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Snoezelen in den nächsten Jahren an die Öffentlichkeit kommen werden.

Artikelbild: Fotlia, 45944537, bilderstoeckchen

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