Digitalisierung der Pharmaindustrie: E-Rezept im Fokus

Digitalisierung der Pharmaindustrie: E-Rezept im Fokus

Aktuell geht ein Ruck durch sämtliche Branchen, wenn es um das vieldiskutierte Thema der Digitalisierung geht. Vielerorts werden Papierhäufchen, beispielsweise in Form von konventionellen Überweisungsträgern oder neuerdings Papierrezepten, reduziert. Auf diese Weise lassen sich auch in der Pharmaindustrie nachhaltige Ansätze durchsetzen. Während einerseits der Umwelt reichlich Gutes getan wird, hat die elektronische Rezeptversion auch für Patienten ihre Vorteile. Wie das E-Rezept funktioniert und inwiefern mehrere Parteien davon profitieren, klärt dieses Porträt.

Was verbirgt sich hinter dem E-Rezept?

Das E-Rezept basiert auf dem PDSG – dem Patientendaten-Schutz-Gesetz. Dieses Gesetz wurde vom Bundesgesundheitsminister in die Gesundheitsversorgung Deutschlands eingeführt und trat am 20.10.2020 in Kraft. Mit dem E-Rezept lassen sich Erinnerungen an Medikationen einrichten, Medikationspläne erstellen und die Wechselwirkungen von Medikamenten untereinander überprüfen. Dies optimiert die gegenseitige Verträglichkeit bei der Anwendung verschiedener Arzneimittel. Jeder deutsche Staatsbürger kann das E-Rezept in der Apotheke seiner Wahl einlösen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um eine Apotheke vor Ort oder eine Online-Apotheke handelt. Die Verpflichtung zur Nutzung eines E-Rezepts für Arzneimittel, die verschreibungspflichtig sind, ist ab dem Januar 2022 vorgesehen. Hierfür gilt es, eine Telematik-Infrastruktur für das Übermitteln von E-Rezepten im Gesundheitswesen zu implementieren. Weitere Infos dazu auch bei der Shop Apotheke.

Da die meisten Menschen heute ein Smartphone besitzen, lässt sich das E-Rezept in einer entsprechenden App unter höchsten Sicherheitsstandards verwalten und anschließend auf digitalem Weg an die ausgewählte Apotheke übermitteln. Das bedeutet aber nicht, dass sich jeder Nicht-Smartphone-Nutzer ab sofort ein solches Gerät zulegen muss. Auf Wunsch können in der Arztpraxis die Zugangsdaten, die für das Einlösen des E-Rezepts notwendig sind, dem Patienten in Papierform ausgedruckt werden.

Welche Vorteile bringt das E-Rezept?

Mit dem E-Rezept sollen Prozesse für

  • Patienten
  • Ärzte und
  • Apotheken

vereinfacht werden.

Die die Verwaltung elektronisch erfolgt, kann das E-Rezept nicht verlegt werden oder anderweitig verloren gehen. Darüber hinaus entfallen doppelte Wege, die Patienten bislang in Kauf nehmen mussten, um nicht vorrätige Medikamente zu ordern und schließlich abzuholen. Außerdem können bevollmächtigte Personen bzw. Angehörige von Patienten E-Rezepte ebenfalls durch einen QR-Code digital einlösen. Da Hinweise zur Medikation parallel zur Verschreibung durch den Arzt mit in der App gespeichert werden, wird die Medikamentensicherheit deutlich erhöht. Auch das Arzneimittelmanagement lässt sich so optimieren.

Ärzte haben die Möglichkeit, auch bei Videosprechstunden Medikamente unmittelbar zu verschreiben. Die Praxen werden durch das geringere Patientenaufkommen spürbar entlastet und Ärzte schaffen freie Kapazitäten, da keine Unterschrift mehr handschriftlich auf dem Rezept zu platzieren ist. Auch das Praxisteam profitiert durch den entfallenden Papierausdruck von effizienteren Praxisabläufen. Weiterhin können Folgerezepte digital ausgestellt und in der Patienten-App hinterlegt werden, so dass Praxisbesuche zu diesem speziellen Zweck nicht mehr erforderlich sind. Das Risiko zur Ansteckung im Rahmen eines Praxisbesuchs wird so ebenfalls reduziert.

Als Dritte im Bunde profitieren Apotheken von dem neuen E-Rezept, denn die Daten werden direkt von der Telematik-Infrastruktur ins Warenwirtschaftssystem importiert. Ärztliche Hinweise sowie Verordnungen müssen nicht mehr geprüft werden und auch das Scannen des bisherigen Papierrezepts ist nicht mehr erforderlich. Ebenso optimieren Online-Apotheken ihre Prozesse durch die Zeitersparnis, die durch den Wegfall des Postwegs für ein Papierrezept eintritt.

Bild: pixabay.com, jarmoluk, 257336

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