Verhütung: Natürliche Methoden immer gefragter

Verhütung: Natürliche Methoden immer gefragter

Verhütung ist nicht nur Dauerthema in Beziehungen, sondern auch ein lukratives Geschäftsfeld. Start-ups haben das erkannt und entwickeln Technologien, die bei der natürlichen Verhütung helfen. Was dahintersteckt, erfahren Sie hier.

Der Wecker klingelt um 7 Uhr, es folgt der erste Gang ins Bad, der Griff geht zum Thermometer: So sieht der Alltag der Frauen aus, die natürlich verhüten. Sie müssen jeden Tag um dieselbe Zeit ihre Körpertemperatur messen, um herauszufinden, in welcher Phase des Monatszyklus sie sich gerade befinden. In der Fachsprache heißt das NFP-Methode, was übersetzt symptothermale Methode bedeutet. Im Prinzip bringt diese Methode alles zusammen, was der weibliche Körper an natürlichen Indizien für Fruchtbarkeit bereithält. Wer mit ihr verhüten möchte, nutzt in den fruchtbaren Tagen Kondome oder andere Verhütungsmittel und lässt sie sonst weg. Wer auf der Suche nach einer passenden Methode ist, findet bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Entscheidungshilfe.

Welche Indizien für fruchtbare Tage sprechen

Eine Frau ist pro Zyklus im Schnitt fünf bis sechs Tage fruchtbar. In der Regel befinden sich diese Tage 14 Tage ab dem ersten Tag der Regelblutung gezählt. Wer also eine grobe Ahnung davon bekommen möchte, auf welche Tage des Zyklus die fruchtbaren Tage fallen, muss sich und seinen Körper beobachten. Nur so lässt sich herausfinden, wie lang die Abstände zwischen den Regeblutungen sind und in welchen Zeiträumen die fruchtbaren Tage liegen müssten. Zusätzlich sollte jeden Tag um die gleiche Zeit die Körpertemperatur gemessen werden: An den fruchtbaren Tagen steigt die Temperatur um 0,2 bis 0,5 Grad an und bleibt bis kurz vor der Menstruation erhöht. Zusätzlich kann man anhand des Sekrets des Gebärmutterhalses Rückschlüsse schließen. Je nach Zeitpunkt nimmt dieser Zervixschleim unterschiedliche Ausprägungen an.

Start-ups mit neuen Ideen

Natürliche Methoden sind gefragter denn je. Apps für das Smartphone helfen dabei, nicht den Überblick zu verlieren. Es gibt zahlreiche Hersteller, wissenschaftliche Studien zur Sicherheit der Systeme gibt es jedoch noch nicht. Um die Temperaturmessung zu erleichtern hat ein deutsches Start-up ein Tool entwickelt. Das kleine Thermometer ist so groß wie ein Tampon und muss nachts vaginal getragen werden. Am Morgen können die Nutzerinnen, das Messgerät auswerten. Das Gerät eines US-Herstellers ist bereits am Markt: Ein kleiner Stöpsel aus Silikon wird nachts im Ohr getragen und übermittelt die Körpertemperatur direkt an das Smartphone. Zahlreiche weitere Start-ups haben ähnliche Produkte in der Testphase.

Die Sicherheit der Methode hängt von der Genauigkeit ab, mit der man das System benutzt. Da die Methode von den Nutzerinnen viel Akribie verlangt, empfehlen Frauenärzte den Frauen, die die Pille gut vertragen, auch mit eben dieser zu verhüten. Hier ist die Antibabypille rezeptfrei zu bestellen.


Bild: Fotolia, 30104012, VRD

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